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Portal-Koordinatenmessmaschine Mitutoyo Crysta-Apex S mit Granittisch und Handbediengerät

Gebrauchte Messtechnik

Messtechnik neu oder gebraucht kaufen? Neukauf, Auktion und geprüfte Gebrauchtgeräte im Vergleich

Ob Sie Messtechnik neu oder gebraucht kaufen, entscheidet über mehr als den Anschaffungspreis: über Gewährleistung und Garantie, über den Kalibrierschein, über Abschreibung und Finanzierung, über Lieferzeit und darüber, wer haftet, wenn etwas nicht stimmt. Dieser Ratgeber vergleicht drei Wege – Neukauf, Gebrauchtkauf von privat oder aus der Auktion und geprüfte Gebrauchtgeräte vom Fachhändler – für Koordinatenmessmaschinen, Messprojektoren und Messmikroskope und zeigt, wann welcher Weg sinnvoll ist.

Adrian Awad, CSO — Vertrieb & Strategie · Kneissl Messtechnik GmbH · Stand

Messtechnik neu oder gebraucht: Welche drei Wege gibt es?

Wer Messtechnik neu oder gebraucht beschaffen will, hat in der Praxis nicht zwei, sondern drei Optionen. Sie unterscheiden sich weniger im Gerät selbst als darin, wer welches Risiko trägt.

Neukauf heißt: aktuelles Modell vom Hersteller oder autorisierten Händler, mit Herstellergarantie, Werksabnahme und aktueller Software. Bei Kneissl Messtechnik betrifft das zum Beispiel Chotest, Nikon und MetLogix-Auswertesysteme; einen Überblick gibt die Seite Neue Messtechnik.

Gebraucht von privat oder aus der Auktion heißt: ein Gerät aus einer Betriebsauflösung, einer Insolvenz oder einem Austausch, verkauft im Ist-Zustand. Der Preis ist oft niedrig, Prüfung, Transport, Aufstellung und Kalibrierung liegen aber beim Käufer – und Mängelansprüche sind zwischen Unternehmern häufig ausgeschlossen.

Geprüft gebraucht vom Fachhändler heißt: Ein Händler kauft das Gerät an, prüft und überholt es, kalibriert es und gibt eine eigene Garantie. Hersteller bieten solche Programme ebenfalls an, etwa ZEISS mit ZEISS Originals. Bei Kneissl Messtechnik heißt dieses Programm Kneissl Approved; die geprüften Geräte finden Sie unter Gebrauchte Messtechnik.

Der Vergleich auf einen Blick

Die Tabelle fasst die typischen Unterschiede zusammen. Im Einzelfall entscheidet immer der Vertrag: Was dort zu Gewährleistung, Garantie, Lieferumfang und Abnahme steht, gilt – nicht die Erwartung.

Neukauf, Privat-/Auktionskauf und geprüfter Gebrauchtkauf im Vergleich (typische Ausprägung, Einzelvertrag maßgeblich)
KriteriumNeukaufGebraucht privat / AuktionGeprüft gebraucht vom Händler
AnschaffungspreisListenpreis abzüglich VerhandlungAm niedrigsten, aber Nebenkosten oft nicht enthaltenZwischen beiden; Prüfung und Überholung eingepreist
Mängelhaftung / GarantieGesetzliche Mängelhaftung plus meist HerstellergarantieZwischen Unternehmern häufig ausgeschlossen („wie besichtigt“)Händlergarantie, z. B. 6 Monate bei Kneissl Approved, 12 Monate bei ZEISS Originals
Zustand bekannt?Ja, neuNur so weit, wie Sie selbst prüfen könnenGeprüft und dokumentiert durch den Händler
KalibrierscheinWerks- oder DAkkS-Kalibrierung je nach VereinbarungMeist keiner, oder ein alter, der nach dem Transport nicht mehr giltKalibrierung nach Aufstellung vereinbar
Software und SteuerungAktuelle Version, Lizenz auf SieVersion und Lizenzübertragung oft unklarVom Händler geklärt; Retrofit möglich
LieferzeitNach Herstellerangabe, bei Sondermaschinen längerSofort verfügbar, aber Abbau und Transport selbst organisierenAb Lager, nach Prüfung und Aufstellung
AbschreibungVolle Nutzungsdauer laut AfA-TabelleRestnutzungsdauerRestnutzungsdauer
Finanzierung / LeasingBreites AngebotSchwierig, da Bewertung und Verkäufer unklarMit Rechnung und Händler als Lieferant möglich
Größtes RisikoHoher Kapitaleinsatz, WertverlustVersteckte Schäden, Folgekosten, keine AnsprechpersonRestrisiko nach Ablauf der Garantie

Gewährleistung und Garantie: Wer haftet, wenn etwas nicht stimmt?

Gesetzliche Mängelhaftung und Garantie sind zwei verschiedene Dinge. Die Mängelhaftung („Gewährleistung“) folgt aus dem Kaufrecht: Ist die Sache bei Übergabe mangelhaft im Sinne von § 434 BGB, kann der Käufer Nacherfüllung verlangen, mindern oder zurücktreten. Die Ansprüche verjähren bei beweglichen Sachen nach § 438 BGB in der Regel zwei Jahre nach Ablieferung. Eine Garantie ist dagegen ein freiwilliges Versprechen des Verkäufers oder Herstellers nach § 443 BGB, dessen Inhalt und Dauer sich aus der Garantieerklärung ergeben.

Beim Gebrauchtkauf zwischen Unternehmern wird die Mängelhaftung häufig ausgeschlossen. Das ist grundsätzlich zulässig. Ein Ausschluss greift nach § 444 BGB aber nicht, soweit der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit übernommen hat. Steht der Ausschluss in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, unterliegt er zusätzlich der AGB-Kontrolle; der Bundesgerichtshof hat etwa eine umfassende Freizeichnung in einem Gebrauchtwagen-Formularvertrag für unwirksam erklärt, weil sie auch die Haftung für grobes Verschulden ausschloss (BGH, VIII ZR 26/14). Auch die Klausel eines Auktionshauses, die Mängelrügen pauschal ausschloss, hat der BGH verworfen (BGH, VIII ZR 224/12). Darauf sollten Sie sich aber nicht verlassen: Wer „wie besichtigt“ kauft, muss im Streitfall Arglist nachweisen – und das gelingt selten.

Hinzu kommt für Kaufleute die Rügeobliegenheit nach § 377 HGB: Sie müssen die Ware nach Ablieferung unverzüglich untersuchen und erkennbare Mängel sofort anzeigen, sonst gilt sie als genehmigt. Bei einer Messmaschine heißt das praktisch: Funktionsprüfung und Abnahmemessung direkt nach der Aufstellung, nicht erst beim ersten Serienauftrag.

Ein Fachhändler, der Gebrauchtgeräte prüft, kann eine eigene Garantie geben, weil er den Zustand kennt. Kneissl Approved umfasst sechs Monate Garantie auf jede geprüfte Maschine. ZEISS gibt bei ZEISS Originals nach eigener Angabe zwölf Monate Herstellergarantie und eine Ersatzteilverfügbarkeit von sechs bis zehn Jahren je nach Modell. Vergleichen Sie bei solchen Angeboten, was die Garantie abdeckt (Mechanik, Elektronik, Software, Anfahrt, Arbeitszeit) und ob sie an Bedingungen wie Wartung oder Aufstellung durch den Händler geknüpft ist.

  • Lassen Sie sich Zustand, Lieferumfang und Softwarestand schriftlich als Beschaffenheit bestätigen.
  • Klären Sie, ob die Mängelhaftung ausgeschlossen ist und ob stattdessen eine Garantie gilt – mit Dauer und Umfang.
  • Planen Sie die Eingangsprüfung so, dass Sie Mängel nach § 377 HGB rechtzeitig rügen können.

Warum der alte Kalibrierschein nach dem Transport nicht mehr hilft

Ein Kalibrierschein dokumentiert die Messabweichungen eines Geräts zu einem bestimmten Zeitpunkt, an einem bestimmten Ort und unter bestimmten Bedingungen. Wird eine Koordinatenmessmaschine abgebaut, transportiert und neu aufgestellt, ändern sich Aufstellung, Nivellierung, Temperaturumgebung und unter Umständen die Geometrie der Führungen. Der mitgelieferte Schein beschreibt dann ein Gerät, das es in diesem Zustand nicht mehr gibt. Für Messprojektoren und Messmikroskope gilt das sinngemäß: Tisch, Maßstäbe und Optik können beim Transport verstellt werden.

Für die Prüfmittelüberwachung im Qualitätsmanagement brauchen Sie deshalb nach jedem Standortwechsel eine neue Kalibrierung – egal, ob das Gerät neu oder gebraucht ist. Grundlagen zum Kalibrieren geometrischer Messmittel beschreibt die Richtlinie DKD-R 4-3 Blatt 1 der PTB. Für Koordinatenmessmaschinen mit taktiler Antastung sind die Annahme- und Bestätigungsprüfung in DIN EN ISO 10360-2 und der Leitfaden VDI/VDE 2617 Blatt 2.1 maßgeblich; die Norm gilt ausdrücklich für kartesische Geräte mit berührender Antastung, für optische Sensoren gibt es eigene Teile der Normenreihe (ZEISS: DIN EN ISO 10360).

Wichtig ist auch die Art des Scheins. Ein Kalibrierschein mit DAkkS-Akkreditierungssymbol stammt von einem Labor, dessen Kompetenz für genau diese Kalibrierung von der Deutschen Akkreditierungsstelle begutachtet wurde, und wird über das ILAC-Abkommen international anerkannt. Was das Symbol aussagt, beschreibt die DAkkS auf ihrer Seite zum Akkreditierungssymbol. Den Unterschied zur Werkskalibrierung erklärt unser Ratgeber DAkkS-Kalibrierung oder Werkskalibrierung.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Rechnen Sie die Kalibrierung nach der Aufstellung bei jedem der drei Wege ein. Beim Neukauf ist sie oft Teil der Inbetriebnahme, beim geprüften Gebrauchtgerät lässt sie sich mitbestellen, beim Auktionskauf organisieren Sie sie selbst. Kneissl Messtechnik kalibriert Messmaschinen auch beim Kunden, siehe Vor-Ort-Kalibrierung und speziell Koordinatenmessmaschine vor Ort kalibrieren.

Abschreibung, Finanzierung und Leasing: Was ändert sich bei gebrauchten Geräten?

Steuerlich werden neue und gebrauchte Messgeräte gleich behandelt, aber über unterschiedliche Zeiträume abgeschrieben. Grundlage ist § 7 EStG; die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer entnimmt die Praxis den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums. Die AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter nennt für „Mess- und Regeleinrichtungen, allgemein“ 18 Jahre und für Materialprüfgeräte 10 Jahre; Branchentabellen haben Vorrang. Welche Position für Ihr Gerät gilt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Bei einem gebrauchten Gerät schreiben Sie nicht über die volle Tabellendauer ab, sondern über die voraussichtliche Restnutzungsdauer. Die Finanzverwaltung beanstandet es in der Regel nicht, wenn dafür die bisherige Nutzung von der Tabellendauer abgezogen wird (Steuertipps: Nutzungsdauer). Ein älteres Gerät ist damit schneller abgeschrieben – der Aufwand wirkt früher steuermindernd.

Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, erlaubt § 7 Abs. 2 EStG wieder die degressive Abschreibung: höchstens das Dreifache des linearen Satzes und höchstens 30 Prozent vom Restbuchwert. Die Regel unterscheidet nicht zwischen neu und gebraucht. Kleine und mittlere Betriebe können außerdem unter den Voraussetzungen des § 7g EStG einen Investitionsabzugsbetrag von bis zu 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten bilden; auch hier zählt nicht, ob das Wirtschaftsgut neu ist. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 Euro netto nach § 6 Abs. 2 EStG spielen bei Messmaschinen praktisch keine Rolle, eher bei Zubehör.

Bei der Finanzierung macht der Weg einen größeren Unterschied. Leasinggeber und Banken finanzieren Geräte, deren Wert sie einschätzen können und die sie von einem Lieferanten mit Rechnung und Gewährleistungsregelung beziehen. Beim Leasing bleibt das Gerät in der Regel im Eigentum des Leasinggebers; ob es steuerlich ihm oder Ihnen zugerechnet wird, hängt unter anderem davon ab, ob die Grundmietzeit zwischen 40 und 90 Prozent der Nutzungsdauer liegt (Gabler Wirtschaftslexikon: Leasing). Beim Mietkauf gehen Sie auf Eigentum zu und aktivieren das Gerät von Anfang an (Deutsche Handwerks Zeitung: Mietkauf; Tide: Leasing oder Mietkauf; Logistik Heute: Leasing oder Mietkauf). Ein Auktionskauf mit Zahlung vor Abholung lässt sich dagegen kaum finanzieren.

Förderprogramme sind für Messtechnik eher die Ausnahme. Die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft zielt auf Energieeffizienz und enthält ein Modul zu Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für das Energiemanagement – nicht auf Qualitätsmesstechnik. Prüfen Sie Förderwege vor der Bestellung bei Ihrer IHK oder der KfW; viele Programme verlangen die Antragstellung vor dem Kauf (IHK Schleswig-Holstein: Zuschuss- und Kreditprogramme).

Lieferzeit und Verfügbarkeit

Ein Neugerät wird häufig erst nach Auftrag gefertigt oder konfiguriert. Wie lange das dauert, hängt von Hersteller, Modell, Sensorik und Zubehör ab; fragen Sie die Lieferzeit verbindlich an und lassen Sie sie im Vertrag festhalten. Für Standardgeräte wie Messmikroskope oder Videomessgeräte ist sie meist kürzer als für große Portal-Koordinatenmessmaschinen mit Sonderausstattung.

Ein Gebrauchtgerät ist sofort physisch vorhanden – das ist sein größter Vorteil, wenn eine Messmaschine ausgefallen ist oder ein Kundenaudit ansteht. Die reine Verfügbarkeit ist aber nicht die Einsatzbereitschaft. Bei einem Auktionskauf kommen Demontage beim Verkäufer, Transport, Fundament- und Druckluftfragen, Aufstellung, Inbetriebnahme und Kalibrierung hinzu, die Sie selbst koordinieren. Bei einem geprüften Gerät vom Händler sind diese Schritte meist Teil des Angebots, sodass zwischen Bestellung und erster Messung weniger Unbekannte liegen.

Rechnen Sie auch die Einarbeitung ein. Ein Gerät mit vertrauter Software ist schneller produktiv als eines, dessen Bedienung und Messprogramme neu aufgebaut werden müssen.

Risiken je Geräteart: KMG, Messprojektor, Messmikroskop

Wie riskant ein Gebrauchtkauf ist, hängt stark von der Geräteart ab. Grob gilt: Je mehr Elektronik, Software und Antriebe im Gerät stecken, desto wichtiger sind geprüfter Zustand und Ersatzteilversorgung.

Koordinatenmessmaschinen haben eine sehr langlebige Mechanik aus Granit, Luftlagern und Maßstäben. Renishaw schreibt in einer Broschüre zur Nachrüstung, dass die meisten KMG-Komponenten keinem hohen Verschleiß unterliegen, Software, Steuerung und Messtaster aber schnell veralten (Renishaw: KMG-Nachrüstung). Die Risiken liegen daher bei Kollisionsschäden, verschmutzten Luftlagern, abgekündigten Steuerungen und nicht übertragbaren Softwarelizenzen. Eine ältere Maschine lässt sich mit neuer Steuerung und Software nachrüsten, etwa auf Basis universeller Steuerungen (Renishaw: KMG-Steuerungen); ob sich das gegenüber einem jüngeren Gerät rechnet, ist eine Einzelfallfrage. Worauf Sie bei der Besichtigung achten, steht in unserer Checkliste zum Kauf einer gebrauchten Koordinatenmessmaschine.

Messprojektoren (Profilprojektoren) sind mechanisch-optisch aufgebaut und vergleichsweise robust. Ein Risiko sind Lampen, Objektive und Kreuztische; das größere ist die Auswertung. Viele ältere Projektoren haben nur eine einfache Positionsanzeige. Mit einer Auswerteeinheit wie dem MetLogix MX100 oder MX200 lässt sich ein vorhandener Projektor nachrüsten, sofern die Maßstäbe kompatibel sind (MetLogix: MX100). Grundlagen erklärt unser Ratgeber Profilprojektor; Neugeräte finden Sie etwa beim Nikon V-12B und V-20B.

Messmikroskope sind kompakt und gut transportierbar. Zu prüfen sind Optik (Verschmutzung, Pilzbefall, Beschädigungen), Kreuztisch, Maßstäbe und die Auswerteeinheit. Auch hier lässt sich die Auswertung oft modernisieren, etwa mit MetLogix M2 oder M3. Was ein Messmikroskop leistet und wie es sich vom Videomessgerät unterscheidet, steht im Ratgeber Messmikroskop; ein aktuelles Gerät ist das Nikon MM-200.

Nikon Profilprojektor V-20B mit rundem Projektionsschirm und Kreuztisch
Profilprojektor Nikon V-20B mit großem Projektionsschirm, Kreuztisch und Handrad.
Nikon Messmikroskop MM-200 mit Kreuztisch und digitaler Positionsanzeige
Messmikroskop Nikon MM-200 mit Kreuztisch, Messschrauben und zweiachsiger Digitalanzeige.

Was ein geprüfter Gebrauchtkauf leisten sollte

„Geprüft“ ist kein geschützter Begriff. Fragen Sie deshalb konkret nach, was geprüft wurde, von wem und mit welchem Ergebnis. Als Maßstab können die Herstellerprogramme dienen: ZEISS beschreibt für ZEISS Originals eine Begutachtung aller Komponenten, den Austausch verschlissener Teile, ein Technologie-Update von Steuerung und Software, eine erneute Prüfung gegen die Neugerätespezifikation und eine Abnahme nach ISO-Norm (ZEISS Originals).

Bei Kneissl Approved prüfen ehemalige Mitutoyo-Servicetechniker jede Maschine. Kontrolliert werden Elektronik und Platinen auf thermische Belastung, Lüfter und Steuerungen, Luftlager und Führungen auf Kratzer, Laufverhalten und Planheit – bei Bedarf werden die Laufflächen nachgeläppt – sowie das Gesamtsystem aus Mechanik, Steuerung, Software und Luftversorgung. Dazu kommen sechs Monate Garantie. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Warum Kneissl.

  • Prüfprotokoll: Welche Baugruppen wurden geprüft, welche Teile getauscht?
  • Abnahmemessung: Wurde die Maschine nach DIN EN ISO 10360 oder vergleichbar geprüft, und erhalten Sie das Protokoll?
  • Kalibrierung: Wird nach der Aufstellung bei Ihnen kalibriert – werksintern oder DAkkS-akkreditiert?
  • Software: Version, Lizenz auf Ihren Namen, Übernahme vorhandener Messprogramme.
  • Garantie: Dauer, Umfang, Bedingungen.
  • Service: Wer kommt im Störungsfall, und wie sieht die Ersatzteilversorgung aus?

Total Cost of Ownership: Was kostet ein Messgerät über die Nutzungsdauer?

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Kosten. Für einen fairen Vergleich zwischen neu, Auktion und geprüft gebraucht rechnen Sie die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer. Eine einfache Struktur liefert die Maschinenstundensatzrechnung, wie sie etwa die Prüfkostenrechnung des TQU Verlags für Prüfgeräte verwendet: Abschreibung, Zinsen, Instandhaltung, Raum, Energie und Personal, umgelegt auf Stunden oder Prüfungen.

Auf der Ausgabenseite gehören dazu: Kaufpreis, bei Auktionen das Aufgeld des Auktionshauses, Demontage und Transport, Aufstellung und Inbetriebnahme, Kalibrierung, Software und Lizenzen, Schulung, Wartung und Reparaturen, Ersatzteile, Ausfallzeiten und am Ende der Wiederverkaufserlös oder die Entsorgung. Auf der Nutzenseite stehen Messzeit pro Teil, Automatisierungsgrad und die Frage, ob das Gerät die geforderten Toleranzen sicher prüft.

Gerade die Ausfallzeit wird beim Gebrauchtkauf unterschätzt. Steht eine Messmaschine still, die eine Serienprüfung trägt, kosten wenige Tage Stillstand schnell mehr als der Preisvorteil eines ungeprüften Geräts. Wie stark Umgebungsbedingungen wie Temperatur die Messergebnisse beeinflussen, zeigt eine Arbeit der TU Wien zur Genauigkeit in der Koordinatenmesstechnik – auch der Aufstellort gehört deshalb in die Kostenrechnung.

Am Ende der Nutzung lässt sich ein gut erhaltenes Markengerät oft weiterverkaufen. Hersteller nehmen Altgeräte teilweise in Zahlung, Mitutoyo America etwa hat dafür ein befristetes Inzahlungnahmeprogramm angeboten (Mitutoyo America: Trade-In Trade-Up). Kneissl Messtechnik kauft Messmaschinen ebenfalls an, siehe Messmaschine verkaufen.

Wann ist welcher Weg der richtige?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Diese Faustregeln helfen bei der Einordnung:

  • Neukauf, wenn Sie neueste Sensorik, Automatisierung oder Software brauchen, die Messaufgabe sehr eng toleriert ist, Ihr Kunde ein bestimmtes Modell verlangt oder Sie das Gerät über viele Jahre mit voller Herstellerunterstützung betreiben wollen.
  • Geprüft gebraucht vom Händler, wenn ein bewährtes Gerät die Messaufgabe sicher erfüllt, Sie schnell messfähig sein müssen, das Budget begrenzt ist und Sie trotzdem eine Garantie, eine Kalibrierung nach Aufstellung und eine Ansprechperson wollen.
  • Privat oder Auktion, wenn Sie das Gerät technisch selbst beurteilen können, eigenes Servicepersonal haben, Transport und Aufstellung selbst organisieren und ein Totalausfall wirtschaftlich verkraftbar wäre – etwa als Zweitgerät oder Ersatzteilspender.
  • Retrofit eines vorhandenen Geräts, wenn die Mechanik in gutem Zustand ist und nur Steuerung, Auswertung oder Software veraltet sind.
Entscheidungskriterien und der Weg, für den sie sprechen (Orientierung, Einzelfall prüfen)
KriteriumSpricht für NeukaufSpricht für geprüft gebrauchtSpricht für Retrofit
MessaufgabeNeue Sensorik oder Automatisierung nötigMit bewährter Technik sicher lösbarVorhandenes Gerät löst sie mechanisch noch
ZeitrahmenLieferzeit des Herstellers ist tragbarGerät wird kurzfristig gebrauchtKurze Umbauphase am eigenen Gerät ist tragbar
BudgetInvestition über lange Nutzungsdauer geplantBegrenzt, aber mit Garantie und KalibrierungBegrenzt, Mechanik soll weiter genutzt werden
Kunden- und NormanforderungenBestimmtes Modell oder Neuzustand gefordertGeforderte Genauigkeit per Abnahme und Kalibrierung nachweisbarNachweis nach Umbau durch Abnahme und Kalibrierung
Service über die NutzungsdauerVolle Herstellerunterstützung gewünschtAnsprechperson beim Händler genügtErsatzteile für die Mechanik weiter verfügbar

Wann der Neukauf die bessere Wahl ist

Ein geprüftes Gebrauchtgerät ist nicht immer die wirtschaftlichere Lösung. Verlangt die Messaufgabe Sensorik, Scanning oder Automatisierung, die es in älteren Baureihen nicht gibt, kauft man mit dem Gebrauchtgerät eine Lösung für das Problem von gestern. Dasselbe gilt, wenn Ihr Kunde ein bestimmtes Modell oder eine bestimmte Software vorschreibt, oder wenn Sie das Gerät über viele Jahre mit voller Herstellerunterstützung betreiben wollen.

Umgekehrt lohnt sich ein Blick auf das vorhandene Gerät, bevor neu oder gebraucht gekauft wird: Ist die Mechanik gut, kann ein Retrofit von Steuerung oder Auswertung die günstigste Lösung sein. Die Abwägung beschreibt der Ratgeber Messmaschine nachrüsten oder neu kaufen. Ist die Entscheidung für eine gebrauchte Koordinatenmessmaschine gefallen, führt die Kauf-Checkliste für gebrauchte KMG durch Besichtigung, Probemessung und Abnahme.

So gehen Sie bei der Entscheidung vor

Beginnen Sie mit der Messaufgabe, nicht mit dem Angebot. Legen Sie Werkstückgröße, engste Toleranzen, Merkmalsarten und Stückzahlen fest; daraus folgen Geräteart und Genauigkeitsklasse. Welche Geräteklasse zu welcher Aufgabe passt, erklären die Ratgeber 3D-Messmaschine und Multisensor-Messmaschine.

Holen Sie dann für alle sinnvollen Wege Angebote ein, die vergleichbar sind: gleiche Ausstattung, gleiche Leistungen bei Aufstellung und Kalibrierung, klare Aussagen zu Garantie und Mängelhaftung. Rechnen Sie die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer und sprechen Sie Abschreibung und Finanzierung mit Ihrer Steuerberatung ab. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Gebrauchtgerät Ihre Messaufgabe erfüllt, lassen Sie sich eine Probemessung mit Ihrem eigenen Werkstück zeigen.

Kneissl Messtechnik bietet beide Wege an: neue Geräte von Chotest, Nikon und MetLogix sowie geprüfte Gebrauchtmaschinen mit Kneissl-Approved-Garantie, dazu Kalibrierung vor Ort. Gebrauchte Koordinatenmessmaschinen finden Sie unter Gebrauchte 3D-Koordinatenmessmaschinen; für eine Beratung erreichen Sie uns über Kontakt.

Quellen

Häufige Fragen

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