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Koordinatenmesstechnik

Was kostet eine Koordinatenmessmaschine? Koordinatenmessmaschine-Kosten für Kauf, Betrieb und zehn Jahre Nutzung

Die Kosten einer Koordinatenmessmaschine reichen von einem niedrigen fünfstelligen Betrag für eine gebrauchte Handmaschine bis weit über eine halbe Million Euro für ein großes oder hochgenaues System. Der Kaufpreis ist dabei nur ein Teil: Software, Tastsystem, Messraum, Wartung, Kalibrierung und Schulung kommen über die Nutzungsdauer hinzu. Dieser Ratgeber ordnet Koordinatenmessmaschine-Kosten anhand öffentlich nachprüfbarer Zahlen ein – aus EU-Ausschreibungen, Preislisten und Inseraten – und zeigt an einem gekennzeichneten Rechenbeispiel, wie Sie die Gesamtkosten über zehn Jahre abschätzen.

Adrian Awad, CSO — Vertrieb & Strategie · Kneissl Messtechnik GmbH · Stand

Koordinatenmessmaschine-Kosten im Überblick: Warum es keinen Listenpreis gibt

Wer nach den Kosten einer Koordinatenmessmaschine (KMG, englisch CMM) fragt, bekommt von Herstellern fast nie einen Listenpreis. Das hat einen sachlichen Grund: Eine Maschine wird aus Grundgerät, Tastkopf, Taster, Software-Modulen, Steuerung, Zubehör und Dienstleistungen konfiguriert. Zwei Maschinen mit gleichem Typenschild können sich im Angebot um ein Vielfaches unterscheiden.

Belastbare Anhaltspunkte liefern daher vor allem drei Quellen: öffentliche Zuschlagsbekanntmachungen im EU-Amtsblatt (TED), in denen Hochschulen und Behörden den tatsächlich vergebenen Auftragswert nennen; Preisspannen, die Hersteller selbst veröffentlichen; und Angebotspreise auf Gebrauchtmaschinen-Portalen. Alle drei haben Grenzen – Ausschreibungen enthalten oft Schulung, Software und Sonderausstattung, Inserate nennen Wunschpreise statt erzielter Preise. Die Zahlen in diesem Artikel sind deshalb Orientierung, kein Angebot.

Für die Einordnung des Gerätetyps selbst – Portal, Gantry, Horizontalarm, Multisensor – lesen Sie unseren Grundlagenartikel 3D-Messmaschine: Bauarten, Genauigkeit und Auswahl. Hier geht es ausschließlich ums Geld.

Was kostet eine neue Koordinatenmessmaschine?

ZEISS nennt in einem Kostenratgeber für den US-Markt drei grobe Klassen: Einstiegsgeräte bei etwa 25.000 bis 100.000 US-Dollar, Mittelklasse-Portale und kleine Gantrys bei etwa 150.000 bis 500.000 US-Dollar und High-End- oder Sondersysteme ab 500.000 US-Dollar (ZEISS: What to expect when buying a CMM in 2026). Das ist die Einschätzung eines Herstellers, in Dollar und ohne Angabe, was genau enthalten ist – aber sie zeigt die Größenordnung.

Konkreter werden öffentliche Vergaben. Die folgende Tabelle zeigt Zuschläge aus dem EU-Amtsblatt, jeweils netto. Sie stammen überwiegend von Hochschulen, deren Maschinen oft besonders genau oder vielseitig ausgestattet sind; ein typisches Fertigungs-KMG für den Messraum eines Zulieferers liegt in der Regel darunter.

Bei den Vergaben fällt auf: Ein Portal-KMG für Ausbildungszwecke wurde 2026 in Italien für rund 50.000 € inklusive Installation, Schulung und Wartung vergeben, während ein Ultrapräzisions-Multisensorgerät oder ein KMG mit Computertomografie schnell 400.000 bis 1.000.000 € erreicht. Dazwischen liegt der Bereich, in dem sich die meisten industriellen Portalmaschinen mittlerer Größe bewegen.

Ausgewählte öffentliche Zuschläge für Koordinatenmessgeräte (Werte ohne MwSt., laut TED-Bekanntmachung)
Auftraggeber, JahrGegenstandZuschlag anAuftragswert netto
IS Guglielmo Marconi (Italien), 2026KMG für die Lehrwerkstatt inkl. Installation, Inbetriebnahme, Schulung, WartungCarl Zeiss S.p.A.50.081,97 €
Universiteit Leiden / NOVA (Niederlande), 2022KMG für Aluminiumstrukturen und Spiegel aus eigener FertigungCarl Zeiss BV208.000 € (veranschlagt: 220.000 €)
TU Kaiserslautern, 2022Ultrapräzisions-Multisensor-KMG (Werth VideoCheck UA)Werth Messtechnik373.949,58 €
BTU Cottbus-Senftenberg, 2022Koordinatenmessmaschine für Form- und Lagetoleranzen (Los 1)Hexagon Metrology596.445 € (veranschlagt: 650.000 €)
RWTH Aachen, 2022Offenes Koordinatenmessgerät auf CT-BasisWerth Messtechnik799.000 €
TU Ilmenau, 2025Koordinatenmessgerät mit Röntgen-ComputertomografieWerth Messtechnik994.068,35 €

Gebraucht oder Retrofit: Was kostet die Alternative zum Neukauf?

Gebrauchte Koordinatenmessmaschinen werden auf Portalen in einer sehr breiten Spanne angeboten. Eine manuelle Mitutoyo Crysta-Plus M 544 von 2004 (Messbereich 500 × 400 × 400 mm) stand beispielsweise mit 14.900 € zzgl. MwSt. im Inserat (Machineseeker-Inserat). In der ZEISS-Übersicht eines großen Portals reichten die ausgewiesenen Preise für CNC-Messmaschinen zum Recherchezeitpunkt von rund 37.000 € für eine PRISMO von 1995 über 90.000 € für eine ACCURA 16/24/10 von 2022 bis 118.000 € für eine GageMax von 2011, jeweils zzgl. MwSt. (Maschinensucher: ZEISS Contura und verwandte Modelle). Viele Anbieter nennen gar keinen Preis.

Inseratspreise sind Wunschpreise ab Standort. Ob Software-Lizenzen übertragbar sind, ob die Steuerung noch Ersatzteile bekommt, ob Abbau, Transport, Aufstellung und eine Abnahme nach DIN EN ISO 10360-2 enthalten sind, entscheidet oft über mehrere zehntausend Euro. Worauf Sie dabei achten müssen, beschreibt unsere Checkliste für den Kauf einer gebrauchten Koordinatenmessmaschine; aufbereitete Maschinen mit Garantie finden Sie in unserem Bestand an gebrauchten 3D-Koordinatenmessmaschinen. Preise nennen wir dort je Maschine auf Anfrage per E-Mail.

Der dritte Weg ist das Retrofit: Granit, Führungen und Maßstäbe einer Maschine halten oft Jahrzehnte, Steuerung, Rechner und Software veralten schneller. ZEISS gibt für seine Retrofit-Pakete an, sie kosteten höchstens ein Drittel einer Neumaschine, und spricht von bis zu 70 % Kostenersparnis (ZEISS Retrofit). Hexagon beschreibt den Austausch der Steuerung gegen die RC-Baureihe, bei Bedarf mit neuer Verkabelung, Antrieben und Maßstäben, auch für Fremdmaschinen (Hexagon: Why upgrade or retrofit your CMM?). Ein in Fachmedien veröffentlichter Fall aus Spanien zeigt den Einbau einer Fremdsteuerung in zwei Tagen unter Weiterverwendung aller Messprogramme (ETMM: Chameleon controller retrofit). Absolute Preise nennt keine dieser Quellen; es handelt sich um Herstellerangaben.

Für optische Messgeräte wie Profilprojektoren und Messmikroskope bieten wir die Umrüstung auf moderne Messrechner und Messsoftware an – siehe Nachrüstung mit MetLogix. Für den Steuerungstausch an einem taktilen KMG sprechen Sie uns über das Kontaktformular an; wir klären, ob sich das Retrofit Ihrer Maschine lohnt.

Chotest Novator 682 Multisensor-Messgerät in einem Messraum
Chotest Novator 682 in einem hellen Messraum.
Neu, gebraucht, Retrofit – grobe Einordnung
WegBelegte GrößenordnungTypische StärkenTypische Risiken
NeumaschineEinstieg ab ca. 25.000 US-$ (ZEISS), öffentliche Zuschläge ca. 50.000 bis über 900.000 € nettoAktuelle Software, Herstellergewährleistung, Spezifikation nach WunschHöchste Anfangsinvestition, Lieferzeit
GebrauchtmaschineInserate von unter 15.000 € bis über 100.000 € nettoKurzfristig verfügbar, geringerer KapitalbedarfSoftware-Lizenz, Ersatzteilversorgung, Zustand der Steuerung, Abnahme oft nicht enthalten
Retrofit vorhandener MaschineLaut ZEISS höchstens ein Drittel einer NeumaschineMechanik und Aufstellung bleiben, Messraum muss nicht geändert werdenLohnt nur bei intakter Mechanik; Programme ggf. anzupassen

Welche Faktoren treiben den Preis einer Koordinatenmessmaschine?

Der Preis einer Koordinatenmessmaschine ergibt sich weniger aus dem Gerätetyp als aus sechs Stellgrößen. Wer sie vor der Anfrage festlegt, erhält vergleichbare Angebote und vermeidet, für Ausstattung zu zahlen, die die Messaufgabe nicht braucht.

Messvolumen: Mit den Achslängen wachsen Granit, Brücke, Antriebe, Transport und Fundament. Große Gantrys benötigen ein eigenes Fundament – ZEISS zählt verstärkte Fundamente ausdrücklich zu den Installationskosten (ZEISS).

Genauigkeit (MPE): Die Längenmessabweichung E nach DIN EN ISO 10360-2 ist das wichtigste Vergleichsmerkmal. Jeder Mikrometer weniger erfordert steifere Konstruktion, bessere Maßstäbe, Temperaturkompensation und oft einen besseren Messraum. Die Ausschreibung der TU Kaiserslautern begründet die Wahl ihres Geräts ausdrücklich mit der Kombination aus Messvolumen und Genauigkeit (TED 384100-2022). Wählen Sie die MPE nach Ihrer kleinsten Toleranz und der Goldenen Regel der Messtechnik, nicht nach dem Prospekt.

Tastkopf und Scanning: Ein schaltender Taster nimmt Einzelpunkte auf; ein messender Scanning-Taster wie der Renishaw SP25M am Dreh-Schwenk-Kopf PH10 erfasst kontinuierlich Punkte für Form- und Profilmessungen, 5-Achs-Systeme wie REVO bewegen den Kopf statt der Maschine (Renishaw: Sensor options). Jede Stufe kostet mehr – in Steuerung, Kopf und Software-Lizenz.

Software-Lizenzen: Grundsoftware, Module für Kurven, Freiform, Verzahnung, CAD-Import, Offline-Programmierung und Statistik werden meist einzeln lizenziert. Hexagon unterscheidet etwa an einen Rechner gebundene und netzwerkweit nutzbare (Floating-)Lizenzen (Hexagon PC-DMIS: Lizenzmodelle). Wie viel Software allein kosten kann, zeigt eine Vergabe der Handwerkskammer München: Das Los „Messmaschinensoftware“ ging für 12.428 € netto an Mitutoyo (TED 270884-2023).

Optionen und Automatisierung: Tasterwechselmagazin, Dreh-Rundtisch, Werkstückbeladung, optische Zusatzsensoren, Schwingungsdämpfung und Temperaturkompensation sind Positionen, die ZEISS als Kostentreiber nennt. Auf Portalen werden selbst einzelne Komponenten wie ein Scanning-Tastkopf mit 15.000 € angeboten (Maschinensucher).

Dienstleistungen im Kaufpreis: Lieferung, Aufstellung, Abnahmeprüfung, Einweisung und Schulung stehen in Ausschreibungen oft im selben Los – so etwa bei der italienischen Vergabe, die Installation, Schulung und Wartung einschließt (TED 582278-2026). Achten Sie beim Angebotsvergleich darauf, dass alle Angebote denselben Umfang abdecken.

  • Messvolumen: so groß wie das größte Teil plus Zugänglichkeit, nicht „auf Vorrat“
  • MPE: aus der engsten Toleranz abgeleitet
  • Tastsystem: schaltend, scannend oder 5-achsig – je nach Form- und Profilmerkmalen
  • Software: nur die Module, die Ihre Prüfpläne tatsächlich brauchen
  • Optionen: Tasterwechsel und Temperaturkompensation sind in der Fertigung oft wichtiger als Sensorvielfalt
  • Dienstleistungen: Aufstellung, Abnahme, Schulung ausdrücklich im Angebot aufführen lassen

Welche laufenden Kosten fallen für eine Koordinatenmessmaschine an?

Die laufenden Kosten werden beim Kauf am häufigsten unterschätzt. ZEISS zählt Schulung, Kalibrierung, Wartung, Software-Support, Ersatztaster sowie Klimatisierung und bauliche Anpassungen zu den Kosten über die Kaufsumme hinaus (ZEISS). Öffentliche Preise gibt es dafür selten – einige aber schon.

Wartungsvertrag: Mitutoyo bietet Verträge mit jährlichem oder zweijährlichem Intervall an; der Standardvertrag enthält Wartung, Genauigkeitsprüfung und Kalibrierschein, der Premiumvertrag zusätzlich priorisierte Reparatureinsätze (Mitutoyo: Wartungsverträge für Vor-Ort-Service). Preise stehen dort nicht; sie hängen von Maschinengröße, Tastsystem und Reaktionszeit ab.

Kalibrierung und Zwischenprüfung: Die Bestätigungsprüfung nach DIN EN ISO 10360-2 und die Anleitung VDI/VDE 2617 Blatt 2.1 bilden die Grundlage; zwischen den Kalibrierungen empfiehlt sich eine eigene Zwischenprüfung mit Prüfkörpern nach VDI/VDE 2617 Blatt 2.4. Ob Sie eine DAkkS-akkreditierte oder eine Werkskalibrierung brauchen, beeinflusst den Preis – den Unterschied erklärt unser Artikel DAkkS-Kalibrierung oder Werkskalibrierung. Ablauf und Intervall beschreibt Koordinatenmessmaschine kalibrieren; die Kalibrierung vor Ort bieten wir als DAkkS-Kalibrierung von Koordinatenmessmaschinen an.

Software-Pflege: Viele Hersteller verkaufen Updates und Support als Wartungsvertrag oder befristete Lizenz. Wer die Pflege auslaufen lässt, zahlt beim späteren Wiedereinstieg oft nach – das ist ein häufiger Kostenpunkt bei Gebrauchtmaschinen.

Verschleißteile: Taster sind Verbrauchsmaterial. Ein einfacher M2-Taster mit 3-mm-Rubinkugel kostet im Renishaw-Shop 58 € netto je Stück (Renishaw Store); Sonderformen, Verlängerungen und Sternkonfigurationen liegen deutlich darüber.

Messraum: Die Richtlinie VDI/VDE 2627 Blatt 1 klassifiziert Messräume nach Temperatur, Feuchte, Luftgeschwindigkeit und Schwingungen (VDI). Klimatisierung, Energie und gegebenenfalls ein Fundament sind Kosten, die nicht im Maschinenangebot stehen. Eine Maschine mit Temperaturkompensation kann die Anforderungen an den Raum senken, aber nicht aufheben.

Personal und Schulung: Hier gibt es öffentliche Preise. Hexagon listet für Kurse in Deutschland im Herbst 2026 etwa 1.700 € für AUKOM Stufe 1, 2.400 € für AUKOM Stufe 2 und 3.200 € für das PC-DMIS-Grundkursseminar je Teilnehmer (Hexagon Schulungsshop). Mitutoyo USA verlangt für die MCOSMOS-Einstiegsschulung für Handmaschinen 300 US-$ (Mitutoyo STC-101); ZEISS bietet mehrtägige CALYPSO-Kurse in Basis-, Aufbau- und Expertenstufe an (ZEISS Academy Metrology). Der größere Posten ist meist die Arbeitszeit der Bediener selbst.

Laufende Kosten einer Koordinatenmessmaschine und wo Sie Preise finden
KostenartÖffentlicher PreisanhaltWovon der Betrag abhängt
WartungsvertragKeine öffentlichen Preise (Mitutoyo, ZEISS: auf Anfrage)Maschinengröße, Intervall, Reaktionszeit, enthaltene Reparaturen
KalibrierungKeine öffentlichen PauschalpreiseDAkkS oder Werkskalibrierung, Tastsystem, Anfahrt, Justage
Software-PflegeSoftware-Los einer Vergabe: 12.428 € netto (Kauf, nicht Pflege)Anzahl Lizenzen und Module, Lizenzmodell
TasterM2-Rubintaster ab 58 € netto (Renishaw Store)Bauform, Länge, Anzahl Konfigurationen
SchulungAUKOM Stufe 1: 1.700 €; PC-DMIS-Grundkurs: 3.200 € (Hexagon, je Person)Anzahl Bediener, Fluktuation, Software
MessraumKeine allgemeinen PreiseRaumklasse nach VDI/VDE 2627, Größe, Bestand

Rechenbeispiel: Gesamtkosten (TCO) einer Koordinatenmessmaschine über zehn Jahre

Das folgende Beispiel ist keine Marktpreisangabe, sondern ein Rechenschema. Alle Beträge sind Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen Angebote ersetzen. Gewählt ist eine mittelgroße CNC-Portalmaschine mit Scanning-Tastkopf; der angenommene Kaufpreis von 150.000 € netto liegt bewusst innerhalb der Spanne der öffentlichen Zuschläge und der ZEISS-Mittelklasse, bildet aber kein bestimmtes Angebot ab.

Annahmen im Einzelnen: Kaufpreis inklusive Aufstellung und Abnahme 150.000 €; zwei Bediener mit je einem Grund- und einem AUKOM-Kurs zum Start, danach alle drei Jahre ein Aufbaukurs; Wartungsvertrag ab Jahr 2 mit jährlicher Kalibrierung, angenommen 5.000 € pro Jahr; Software-Pflege ab Jahr 2 mit angenommen 3.000 € pro Jahr; Taster und Kleinteile 1.000 € pro Jahr; Mehrkosten des Messraums (Klima, Energie) 2.500 € pro Jahr; ein Rechnertausch nach etwa fünf Jahren mit 4.000 €. Nicht enthalten sind Personalkosten der Bediener, Zinsen, Reparaturen außerhalb des Vertrags und ein Restwert.

Ergebnis des Schemas: Über zehn Jahre summieren sich die Nebenkosten auf rund 140.000 € – annähernd so viel wie der Kaufpreis. Das deckt sich mit Herstellerhinweisen, dass Folgekosten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Ein Restwert beim späteren Verkauf senkt die Bilanz; wie Sie eine ausgemusterte Maschine verwerten, steht unter Messmaschine verkaufen.

TCO-Schema über 10 Jahre – alle Werte sind Annahmen, netto, ohne Zinsen und Personal
PositionAnnahmeSumme 10 Jahre
Kaufpreis inkl. Aufstellung, Abnahme150.000 € einmalig150.000 €
Schulung2 × (3.200 € + 1.700 €) zum Start, danach 3 Aufbaukurse à 2.400 €17.000 €
Wartung und Kalibrierung5.000 € pro Jahr ab Jahr 245.000 €
Software-Pflege3.000 € pro Jahr ab Jahr 227.000 €
Taster und Kleinteile1.000 € pro Jahr10.000 €
Messraum (Klima, Energie)2.500 € pro Jahr25.000 €
Rechner und Peripherie1 Tausch nach ca. 5 Jahren4.000 €
Gesamt (ohne Restwert)278.000 €

Abschreibung, Förderung und Leasing: Wie lässt sich eine Koordinatenmessmaschine finanzieren?

Abschreibung: Für Messgeräte wird in Ratgebern zur AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter eine Nutzungsdauer von zehn Jahren genannt (sevdesk: AfA Messgerät). Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, erlaubt § 7 Abs. 2 EStG wieder die degressive Abschreibung mit höchstens dem Dreifachen des linearen Satzes und maximal 30 % (IHK Chemnitz). Kleinere Betriebe mit einem Gewinn bis 200.000 € können zusätzlich nach § 7g EStG einen Investitionsabzugsbetrag von bis zu 50 % und eine Sonderabschreibung von bis zu 40 % nutzen. Die konkrete Gestaltung gehört zu Ihrem Steuerberater.

Förderkredit: Der ERP-Förderkredit KMU der KfW finanziert ausdrücklich Anlagen und Maschinen, bis zu 100 % der Kosten, mit Laufzeiten bis 20 Jahre; die Variante mit 50 % Haftungsfreistellung erleichtert der Hausbank die Zusage (Förderdatenbank des Bundes). Wichtig: Der Antrag läuft über die Hausbank und muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden – also vor der Bestellung. Zuschüsse für eine Messmaschine gibt es eher über Landesprogramme der Regionalförderung oder Innovationsprojekte; prüfen Sie die Förderdatenbank für Ihr Bundesland.

Leasing und Mietkauf: Beim klassischen Leasing bleibt die Maschine steuerlich beim Leasinggeber, wenn die Grundmietzeit zwischen 40 und 90 % der Nutzungsdauer liegt und keine günstige Kaufoption besteht; der unechte Mietkauf ist dagegen steuerlich ein Ratenkauf, die Maschine wird beim Nutzer aktiviert (REB Steuerberatung: Mietkauf und Finanzierungsleasing; Grundbegriffe im Gabler Wirtschaftslexikon). Leasinggesellschaften organisiert der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen. Leasing schont die Liquidität, ist über die Laufzeit aber meist teurer als ein Kauf mit Förderkredit.

Wie senken Sie die Kosten, ohne an der Messsicherheit zu sparen?

Die größten Hebel liegen vor dem Kauf. Wer die Messaufgabe sauber beschreibt, kauft weder zu viel Messvolumen noch eine Genauigkeit, die der Messraum gar nicht halten kann.

  • Messaufgabe definieren: größtes Teil, engste Toleranz, Stückzahl, benötigte Merkmale (Form, Freiform, Verzahnung)
  • Angebote auf gleichen Umfang bringen: Aufstellung, Abnahme nach DIN EN ISO 10360-2, Schulung, Software-Module, Pflegezeitraum
  • Gebraucht oder Retrofit prüfen, wenn Mechanik und Messraum vorhanden sind
  • Optische Aufgaben mit einem Bildverarbeitungs- oder Multisensorgerät lösen statt mit einem taktilen KMG – siehe Multisensor-Messmaschine und die Chotest-Messgeräte
  • Folgekosten im Angebot festschreiben: Preise für Wartung, Kalibrierung und Software-Pflege für mindestens drei Jahre
  • Förderkredit vor der Bestellung beantragen
  • Bediener früh schulen – Fehlbedienung und schlechte Programme kosten mehr als jeder Kurs

Wie aussagekräftig sind Preise aus Ausschreibungen und Inseraten?

Zuschlagsbekanntmachungen im EU-Amtsblatt sind die verlässlichste öffentliche Preisquelle, weil sie tatsächlich vergebene Beträge nennen. Sie haben aber drei Verzerrungen: Hochschulen kaufen überdurchschnittlich genaue oder vielseitige Geräte, Lose enthalten oft Schulung, Wartung und Zubehör, und viele Bekanntmachungen nennen Platzhalterwerte wie 0,01 € oder gar keinen Betrag. Bei einer Bundeswehr-Ausschreibung einer 3D-Koordinatenmessmaschine war etwa allein der Preis Zuschlagskriterium, ein Wert ist in der Bekanntmachung nicht veröffentlicht (TED 575669-2026).

Inseratspreise sind Angebotspreise; der erzielte Preis liegt häufig darunter, und Abbau, Transport, Wiederaufstellung und Abnahme kommen hinzu. Herstellerspannen wie die von ZEISS sind in US-Dollar angegeben und unscharf im Umfang. Nutzen Sie alle drei Quellen als Plausibilitätsprüfung – für Ihr Budget zählt das Angebot für Ihre Messaufgabe.

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